Sich den Lottoschein schnappen und rausfinden, ob man gewonnen hat.
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by Andi
This is a Chapter of the Story Aus dem Leben eines verrückten Sachsen. Go back to the previous ChapterIch griff mir den vermeintlichen Lottoschein und schaute auf die Zahlen: 1, 2, 3, 4, 5 und... Verdammt. Ausgerechnet die letzte Zahl konnte ich nicht erkennen. Der Schein schien doch wohl etwas älter zu sein und an der Stelle der Zahl hatte sich ein hartnäckiger Fleck breitgemacht. "MAN", klaffte ich und versuchte den Fleck mit dem Blauschimmelkäse abzureiben, da ich gerade nichts besseres zur Hand hatte. Dies verschlimmerte den Schein blöderweise deutlich, sodass ich ein extrem stinkenden braun, blauen Zettel in der Hand hielt. "Scheiße hier", brüllte ich und nahm nun das Bratpfannen-Stofftier zur Hand und drosch damit auf den Schein ein. Zu meiner Verwunderung funktionierte es. Zumindest so halb. Durch den Luftstoß wirbelte der Schein hoch und landete auf der Rückseite. Ich hielt den Schein verkehrtherum gegen das Licht um alle Zahlen zu erkennen. Ich alter Legastheniker konnte mir noch nie merken, wie die Scheiße gespiegelt gelesen wird, aber ich war mir zunehmend sicher, dass es sich bei der letzten Zahl um die 6 handelte. Wusste ich's doch! Meine Glückszahlen! Ich griff beherzt zum Telefon und wählte die Lotto Hotline die ich natürlich auswendig wusste.
"Lotto Zentrale Leipzig. Sie sprechen mit Dr. Otto", kam wenig später aus dem Hörer. "Tach Herr Dr. Otto. Ich hab hier so einen Lottoschein. Können sie mal nachsehen, ob ich gewonnen habe?" "Hörn se mal. Ich erkenne sie doch an Ihrer Stimme. Sie haben gestern hier schon drei Mal angerufen. Wegen der 1, 2, 3, 4, 5, 6 können sie wie gesagt vorbei kommen und den Hauptgewinn abholen. Und jetzt rufen Sie hier nicht mehr an. Auf Wiederhören." Dann legte er auf.
Ich erinnerte mich! Gestern hatte ich mich so sehr über die 6 richtigen gefreut, dass ich mich anschließend fast sofort achtarmig ins Koma gesoffen hatte. Ich machte einen kleinen Freudensprung. Auf zu Dr. Otto! Der Tag war doch noch gerettet. Doch just in diesem Moment krallte sich eine Möwe mit extrem großen Klöten den Lottoschein - angelockt vom Käsegeruch - und flatterte damit auf mein Garagendach. "Das darf doch nicht wahr sein", schrie ich. Ich musste schnell handeln bevor dieses blöde Hodensackvieh komplett über alle Berge war.