Einen Stock werfen!
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by faderstein
This is a Chapter of the Story Himmelgrün. Go back to the previous ChapterAus Ekel vor dem abscheulichen Mundgeruch des Wolfes senkte ich meinen Kopf in Richtung Boden und blieb mit meinem Blick an einem Stock haften. Sekunde. Stock. Wolf. Manchmal war ich einfach genial. "So, Freundchen - ", begann der Wolf, doch da hatte ich schon den Stock vom Boden aufgehoben, drehte mich zur Seite, holte aus und warf den Stock "Hol das Stöckchen!"-rufend mit all meiner Kraft in das Dickicht. Stille. Irgendwo das "Klonk" eines an einen Baum prallenden Stockes, woraufhin er wohl, dem Geräusch nach zu urteilen, auf den Boden gefallen war. Der Wolf schaute mich fassungslos an. Ich starrte zurück. "Warum bewegt er sich nicht?!", fragte ich mich. Das Blut wich aus meinem Gesicht. Die Augen des Wolfs weiteteten sich. Seine Augenbrauen schienen sich in Zeitlupe zu heben.Seine Pupillen funkelten. Eine kleine Träne bildete sich am Rand seines unteren Augenlieds. Erst war es ein heiseres nach Luft schnappen, dann wurde es zu einem keuchen. Die Ohren des Wolfes begannen zu wackeln, seine Mundwinkel hoben sich, bis sie seine Augen verdrängen zu schienen. Schließlich konnte er sich nicht mehr halten und er zerbarst in ein gellendes Gelächter, "AHAHAHAHAHAH", heulte er, "DAS IST DOCH NICHT DEIN HAHAHAAHAHA", seine Füße gaben nach und er wälzte sich kläffend, hechelnd, Tränen lachend und mit allen vier Pfoten auf den Boden patschend, über den Boden, wie ein viel zu groß geratener, hässlicher, blutrünstiger Hundewelpe.
Das war ganz und gar nicht, was ich mir erhofft hatte, aber gut genug. Ich setzte beschämt einen Schritt vom Wolf weg. Das lachende Fellbündel schien sich überhaupt nicht mehr für mich zu interessieren. Meine Beine begannen sich erst langsam, dann immer schneller zu bewegen. Die verspottenden Geräusche des Wolfes mischten sich immer mehr in den Hintergrund als ich davon sprintete. Mein Gesicht war käseweiß, das war überhaupt nicht heldenhaft gewesen. Ich erschrak, als ich mit meinem linken Bein an einer Wurzel hängenblieb. Ich fiel, streckte meine Hände gen Boden aus, doch beide schienen keinen Halt zu finden, sondern durch ihn hindurch zu stoßen. Blätter, Erde, Wurzeln, Stöcke, meine Augen weiteten sich, ich fiel immer weiter. Dreck stieß mir in die Nase, ich presste meine Augen zu. Irgendwo stieß ich mir den Kopf, meine Beine strampelten hilflos in der Luft herum, mein Magen schien mir in den Hals zu rutschen, der kalte Wind rauschte an meinen Ohren entlang - Ein stechender Schmerz durchzuckte mich, als ich mit einem dumpfen Aufprall auf einem steinhartem, glitschigen Untergrund landete. Benommen tastete ich meinen Körper ab, nur meinen rechten Arm konnte ich kaum noch bewegen, ohne dabei aufzustöhnen. Sonst war ich nur etwas dreckiger geworden. Es war stockduster. Ich wollte aufstehen, doch meine schlottrigen Beine gaben nach, rutschten ab und ich fiel ein zweites mal auf den moosigen, felsigen Untergrund. Der nasse Aufprall hallte einige Sekunden die Felswände entlang. Doch das war nicht das einzige Geräusch. Etwas wie eine Mischung aus klackern, rasseln und rutschender Erde, bildete sich heraus und wurde etwas lauter, hallte von allen Wänden wieder, war aber immernoch kaum hörbar. In der ferne plätscherte wasser. Allerdings war da noch etwas neues: ein mechanisches Klicken. Eine Fackel entfachte sich und sie blendete mich etwas. Ich kniff meine Augen zusammen und konnte einen kleinen Bach ausmachen. Er floss durch einen felsigen höhlenweg, den er sich wohl selbst einmal gegraben haben musste, als er noch ein reisender Fluss gewesen war. Ich entdeckte jedoch noch einen anderen Gang und tastete ich vorsichtig in dessen Richtung. Mein Arm schmerzte immer noch. Ich hielt die Luft an und konnte noch etwas hören. Gelächter. Aber kein gehässiges, so wie das des Wolfes sondern ein fröhliches, wie von einer netten Gesellschaft. der Höhlengang schien nur halb natürlicher Herkunft zu sein. In seinen tiefen sah ich etwas wie... Treppen? Ich zuckte zusammen als sich eine Tür ganz in der Nähe öffnete und wieder ins Schloss viel. Ich stolperte aus dem Gang heraus, und presste mich in eine dunkle Felsniesche am Rand. Ich hörte harte Schritte. Mit jedem Schritt ertönte das klirrende Rascheln eines Schlüsselbundes. "Wer ist da?", fragte eine borsche, weibliche Stimme. Ich presste mich tiefer in die Felswand. Was sollte ich tun?
Das Feuer der Fackel tanzte schimmernd im Strom des unterirdischen Baches.