Das nächste Gesetz
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by Andi
This is a Chapter of the Story Das Land der verbotenen Träume. This is the first Chapter.Die gleichmäßigen Schläge des Hammers hallten durch den Thronsaal. Immer tiefer bohrte sich der Nagel ins Holz. Kurze Stille. Dann trat Cobbo drei Schritte zurück und sah sich das von ihm angebrachte Holzbrettchen an. "Paragraph 12018 - Verbot von Tomaten nach 20 Uhr", stand dort in Großbuchstaben. Darunter reihte sich ein achtzeiliger Text in deutlich kleineren Lettern. Er sah sich um. Die anderen beiden Assistenten des Königs, Nissi und Sanna, nickten zustimmend. Die beiden Frauen hatten jeweils eine Feder in der Hand und begannen nun eifrig den Haufen an Pergamenten zu beschriften, der sich auf dem vor ihnen stehenden Pult angesammelt hatte.
Die beiden waren so verschieden, wie zwei Prohibistanerinnen nur sein konnten. Nissi war groß und schlank, anmutig und elegant, aber auch kühl und schnippisch. Und sie konnte Cobbo einfach noch nie leiden. Sanna hingegen war klein und pummelig, beherzt und gesellig, aber auch tollpatschig und unorganisiert. Und sie mochte Cobbo. Für seinen Geschmack vielleicht sogar ein bisschen zu sehr.
Sein Blick schweifte weiter durch die mit Holztäfelchen zuplakatierte Halle. Nur noch ein paar weitere Gesetze würde es brauchen, damit entgültig jeder noch so kleine freie Platz an den Wänden oder Säulen des Saals mit einem Schildchen ausgefüllt war. Je näher sein Blick Richtung Thron wanderte, desto hochwertiger wurden die Täfelchen. Während Paragraph 8011 -das Verbot von orangefarbenen Tulpen- schief angebracht worden war und dabei ein anderes Täfelchen, dem Verbot unter Elefanten durchzugehen, zur Hälfte verdeckte, war Paragraph 144 -Das Verbot von Rechenfehlern von königlichen Assistenten- in einen edlen Rahmen aus Bronze eingefasst.
Und dann war da noch Paragraph Eins. Eingefasst in einen goldenen Rahmen und mindestens drei Mal so groß, wie die anderen Täfelchen, hing dieser direkt über dem Thron. In goldenen Großbuchstaben standen dort nur zwei Worte: "Träumen verboten". Denn freie Träume galten als der Ursprung von Rebellion und Wiederstand. Dinge, die unserer allmächtige König nicht guthieß.
Jener saß in diesem Augenblick auf eben genanntem Thron, mit gelangweiltem Blick, den Kopf auf seine Faust gestützt. Seine große edelsteinbesetzte Krone auf seinem Kopf blendete Cobbo und dass obwohl er auf der anderen Seite des Saals stand. Und dann waren da noch Bollo und Libbi, die Leibwachen ihrer Majestät. Rechts und Links standen die beiden stramm neben dem Thron und sie glichen sich, im gegensatz zu den beiden Assistentinnen, wie ein Ei dem anderen. Muskulös und loyal, aber auch ziemlich dämlich und rüpelhaft. Sie trugen jeweils einen purpurfarbenen Umhang, einen Eisenhelm, ein Kettenhemd und eine Hellebarde.
Unterbrochen wurde Cobbos Abgelenktheit durch des Königs Worte, die durch den Thronsaal hallten: